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Geschichte der IAOM

Prof. James Jyriax

Alaska August 2006
Zusammenfassung von Birgit Auer-Matthijs aus den Vorträgen von
Liz Longton,Peter Hirschfeld, Dos Winkel, Didi van Paridon-Edauw, Omer Matthijs, Valerie Phelps, Phil Sizer, John Woolf

Die IAOM-History ist eigentlich eine Summe von Einzelschicksalen und Lebensgeschichten. Jede/r Einzelne der Referenten ist eigentlich ursprünglich durch Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeit auf der Suche nach „mehr“ gewesen und nach einer Vielzahl von anderen Fortbildungen sind sie dann auf die Orthopädische Medizin von Prof. James Cyriax gestoßen. Das schicksalhafte war, dass die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt aufeinander gestoßen sind und begonnen haben als Team weiter zu arbeiten.
Natürlich haben auf dem langen Weg der IAOM auch immer wieder mal andere Menschen als diese (sowohl im positiven als auch im negativen Sinne) mitgewirkt.

Prof. James Cyriax mit Dos Winkel

Was das eigentliche IAOM-Team am Ende aber noch immer gemein hat, ist dass alle völlig in ihrer Arbeit mit der Orthopädie aufgehen und daran interessiert sind (im eigentlichen Geiste von Cyriax) das Wissen ständig weiter zu entwickeln und sich gegenseitig mit allen unterschiedlichen Meinungen zu respektieren.

Dr. Peter Hirschfeld

Die Verbreitung der Orthopädischen Medizin nach Cyriax auf dem Festland:

In Beginn der 60er Jahren ist Dr. Peter Hirschfeld als deutscher konservativ interessierter Arzt nach London/England gefahren, um dort James Cyriax zu treffen und von ihm zu lernen. Liz Longton wurde von Cyriax zu Hirschfeld nach Bremen geschickt, um ihm zu helfen und ist (auch aus privaten Gründen) dort „hängen“ geblieben. Liz hat als Physiotherapeutin zuvor mehrere Jahre an der Seite von „Jimmy“ Cyriax und dann in weiterer Folge mit Peter Hirschfeld in Bremen als Team gearbeitet. Die beiden haben dort die konservative Orthopädie bekannt gemacht (v.a. durch bis dahin unbekannte
Behandlungstechniken mit „sensationellen Erfolge“ bei Sportlern) und Ende der 60er Jahre mit kleinen Kursen in Deutschland und der Schweiz begonnen für Interessierte das Wissen von Cyriax „weiter zu erzählen“.

Liz Longton

Liz und Peter waren in weiterer Folge auch die Mitbegründer von „Sporthep Werder Bremen“ wo sie bis zu ihrer Pensionierung gearbeitet haben; deshalb stehen heute in Gedenken an die beiden am Eingang ihre Bronzefiguren.
Beide leben z.Zt. in Canada. Dr.Hirschfeld 2005 http://www.hirschfeld1921.com/

 

Dos Winkel

Das erste Zusammentreffen von Dos Winkel mit Cyriax passierte 1975. Die ersten regelmäßigen Kurse mit Cyriax sind (durch Dos organisiert) in den Niederlanden gestartet und haben sich bald auch nach Belgien ausgebreitet – dabei wurden nur Teams von Physiotherapeuten und Ärzten ausgebildet. In dieser Zeit kam Sally Fischer als Physiotherapeutin von Cyriax zu Dos, um ihm in der Praxis und im Unterricht zu unterstützen und ist (aus privaten Gründen) auch am Festland in den Niederlanden „hängen“ geblieben.
In dieser Zeit hat Dos auch die International Academy of Orthopaedic Medicine gegründet und sein Bruder hat das auch noch heute bekannte Logo entworfen.

Didi van Paridon-Edauw
IAOM Präsidentin seit 2005: Didi van Paridon mit Reflexhammer von Cyriax

1975 kam Didi van Paridon-Edauw als Therapeutin in Dos` Praxis; 1977 traf auch sie auf Cyriax und durfte bei ihm in London hospitieren. Danach war sie von Beginn an als Kursbegleiterin bei den Kursen von Dos dabei, begonnen in NL und Belgien und dann weiter v.a. in Deutschland, Österreich

Der Erste Kontakt - Peter Hirschfeld und Dos Winkel:

12.Mai 1979: Dos Winkel organisiert ein Symposium zu Ehren von Cyriax: 50 Jahre Orthopädische Medizin (im Textbook von Cyriax steht zu Beginn: „Orthopedic Medicine starts in 1929“ – Cyriax hat den Ausdruck „Orthopädische Medizin“ geprägt und damit war gemeint, dass es in der Orthopädie mehr als Chirurgie gibt). Dies war übrigens als eine Überraschung für Cyriax geplant. Dazu wurde auch Peter Hirschfeld als Redner eingeladen und das war der Beginn für eine Zusammenarbeit, um gemeinsam Kurse in Deutschland für Ärzte und Physiotherapeuten zu organisieren.
Der Start war in Bremen (siehe Foto von den „alten Zeiten“) und von da aus breiteten sich die Orthopädische Medizin Kurse in Windeseile über ganz Deutschland und in weiterer Folge auch nach Österreich aus.
Die Buchreihe und Videoserie der „Nichtoperativen orthopädischen Medizin“ von DosWinkel und Peter Hirschfeld wurde in mehrere Sprachen übersetzt und in der ganzen Welt in einigen Auflagen verkauft

Omer Matthijs

1980 ist Omer Matthijs zu den Kursen gestoßen (zu dieser Zeit gab es in Holland für Kurse eine Warteliste von 5 Jahren, in Belgien ging es schneller wenn man als Therapeut 2 Ärzte mitgebracht hat) und ist ab 1984 als Assistent von Dos Winkel damals gemeinsam mit Andrey Vleeming, und Jan Mens in NL vor der Gruppe gestanden. Er war auch von Beginn an bei den Kursen in Österreich dabei.

 

Phil Sizer & Birgit Auer-Matthijs

Spreading the World:

Die Wissensausbreitung über die Kontinente hat mit Kursen 1987 und 1988 in Aruba (Niederländische Antillen) begonnen, wo Valerie Phelps auf Dos gestoßen ist und beschlossen hatte der ganze Kursserie in Deutschland zu folgen und gleichzeitig auch 1988 die American Academy of Orthopedic Medicine gegründet hat.
1989 haben dann die ersten Kurse in den USA begonnen: gestartet wurden diese dort unter Organisation von Valerie mit Dos, Didi und Omer.
1993 hat es die erste Newsletter in den USA gegeben und ab 1994 hat Omer und Valerie dann dort richtig mit den Kursen „durchgestartet“; 1995 sind die ersten englischen Bücher und Video´s erschienen.
Einen absolut neuen Input hat die IAOM-US dann durch das dazu stoßen von Phil Sizer bekommen – ursprünglich als Omer´s „Schüler“ ist er heute mit zu seinem „Lehrer“ geworden (als Direktor des Doctoral Programms an der Texas Tech University)
2000: Valerie and Phil…the dream starts…die IAOM wird von „Wissenschafts-Benutzern“ zu „Wissenschafts-Produzenten”
Und von vorerst v.a. nur europäischen Instructoren ist inzwischen die Lehrergruppe der IAOM-US stark angestiegen und hat die europäische Gruppe nahezu überholt.

Mittlerweile gibt es von der IAOM nicht nur in Lubbock Texas das Doctoral Programm mit derzeit 60 Studenten, wo inzwischen schon 9 „Doctor of Science“ graduiert sind und bereits viele Studien von der IAOM selbst „produziert“ werden konnten*, sondern über die ganze USA verbreitet Kurse nicht nur für Physiotherapeuten und Ärzte, sondern auch eigene Kursserien für Athletic Trainers (was in etwa unseren Sportwissenschaftlern entspricht) und Kurse für Ergotherapeuten (Handspecialists). Seit 2006 gibt es nun auch in Englisch DVD´s über die praktischen Kursinhalte der IAOM.
Die IAOM-US ist nicht nur von der Amerikanischen Manuellen Physiotherapie Vereinigung (AAOMPT) und somit von der IFOMPT anerkannt, sondern sitzt dort auch in den Ausbildungs-, Forschungs- und Prüfungs- Komitees. Weiters gibt es auch noch zusätzlich ganz spezielle Hospitations-Programme für Kursabsolventen.
[*Stand 2006, einen Überblick aller Veröffentlichungen der IAOM kann man übrigens auf der Website www.iaom-us.com unter Resources/Research finden]


Die Entwicklung in Europa:

Nach vielen Jahren intensivem Unterrichten und optimaler Zusammenarbeit mit ärztlichen Spezialisten beginnt 1994 Dos sich von der Organisation mehr und mehr zurück zu ziehen und die IAOM-Europa wird mit neuen Direktoren in Deutschland  und Österreich unterteilt.
Wobei sich an der inhaltlichen Einheit der IAOM nichts verändert hat und alle Lehrer immer an der ständigen Wissens Weiterentwicklung arbeiten und an einem Strang ziehen.
Die heutigen Zugpferde in Europa sind die Supervisor Instructoren Didi und Omer. Wobei auch die IAOM-Europa langsam begonnen hat selbst Studien zu erarbeiten und v.a. Omer in Zusammenarbeit mit Phil viele Studien Themen für das Doctoral Programm initiiert.
Unterstützt werden sie von dem sehr euphorischen Team der „neuen Generationen“: allen bekannt sicher die Senior Instructoren Bert Corbiere und Birgit Auer-Matthijs, weiters die Lead Instructorin Dr. Martina Dietl-Fried (die auch als ärztliche Leitung fungiert) und die „jungen“ Instructoren Robert Hof und Andreas Lieschke.
Im März 2005 bei einem Symposium in Göttingen verabschiedet sich Dos Winkel nun endgültig aktiv von der IAOM und übt nun sein zur Perfektion geführtes Hobby hauptberuflich aus: Die (Unterwasser-)Fotografie. Dabei hat er symbolisch den Reflexhammer von Cyriax an Didi übergeben, die nun die neue Präsidentin der IAOM geworden ist.
Das IAOM-Lehrer-Team hat nach schon mehrjährige intensiver fachlicher Zusammenarbeit mit dem VPT-Stuttgart durch diese Gruppe 2008 auch noch eine starke Verstärkung erhalten.

Auch in Europa gibt es viele Anfragen von nicht deutsch sprachigen Ländern, die gerne IAOM-Kurse anbieten würden, was aber mit der natürlich zeitlichen Limitierung der Lehrer begrenzt ist.
...und auch aus dem asiatischen Raum gibt es Anfragen von medizinischen Kollegen, die gerne durch unsere Gruppe das Orthopädische Wissen, welches mit Cyriax begonnen hat, gelehrt bekommen möchten...


Das IAOM-Ziel für die Zukunft:

Unsere große Stärke ist ein fantastisches Team, welches ständig versucht das orthopädische Wissen zu erweitern und unser wichtigstes Ziel für die Zukunft ist, dass wir weiterhin unsere gute Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA nicht nur erhalten, sondern sogar noch optimieren und verstärken. Neben äußerst regem e-mail Verkehr treffen wir uns zusätzlich zu unseren nationalen Meetings, regelmäßig zu internationalen Senior-Instructor Meetings und versuchen auch alle paar Jahre abwechselnd in Europa und den USA internationale Symposien zu organisieren.
Jede Idee, jede aufgeworfene Frage und jede Kritik hält unsere Köpfe und Hände aktiv und kreativ.
So agiert die IAOM gerne nach dem Spruch:
Unsere Köpfe sind rund, damit wir wenn nötig die Denkrichtung ändern können“

 

 

 

 

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